havila polaris
WINTERMEERCHEN
Norwegen im Januar – ein Winterwunderland wie im Bilderbuch
Ankunft Tromsø
Nach unserer Ankunft in Norwegen bekamen wir alle erst einen kurzen Schreck: so dunkel hier? Ja, es ist 15:15 Uhr und schon so dunkel, dass man meinte, man könne gleich schon zu Bett gehen. Wir sind mit dem Reiseveranstalter Troll Tours unterwegs befinden uns im verschneiten Tromsø, dem Tor zur Arktis und so weit nördlich, dass bis Mitte Januar die Sonne noch nicht wieder aufgeht und es tagsüber eher dämmert als richtig hell zu werden. Dennoch lassen wir uns davon natürlich nicht aufhalten und machen es wie die Norweger: aktiv sein und viel Zeit draußen an der frischen Luft verbringen.
Schnell ging es vom Flughafen zu unserer Unterkunft: Hotel The Dock 69°39 by Scandic. Kaum waren die Zimmer bezogen, zog es mich auch schon wieder nach draußen auf die Dachterrasse. Mit Tromsø zu Füßen gab der Rundumblick auf die Stadt schon einen kleinen Vorgeschmack, was uns am Abend noch erwarte.
Nach dem Abendessen im Skarven Grill (das Rentiersteak dort ist sehr zu empfehlen!) in der Innenstadt stand mit der Auffahrt auf den Hausberg Fjellheisen das erste Highlight der Reise an. Uns bot sich ein atemberaubender Blick über das nächtlich erleuchtete Tromsø und die ersten Nordlichter unserer Reise tanzten über den Himmel. Einfach magisch.
Ein Tag im Schnee
Nach einem guten Frühstück ging es gestärkt in einen Tag voll aufregender Aktivitäten. Unser Guide von Best Arctic hat uns direkt am Hotel abgeholt und zunächst ging es durch die verschneite Landschaft entlang des Fjordes ins Hinterland zur Harkin Husky Farm. Bei „frischen“ -27°C schlüpften wir in warme Overalls und nach kurzer Einweisung bestiegen wir die Huskyschlitten und fuhren los durch Schnee, Feld und Wiesen.
Zurück auf der Farm sind wir wieder in unseren Bus umgestiegen und zum Ausgangspunkt der Rentier- und Motorschlittentour gefahren. Dort angekommen konnten wir uns erst einmal mit einem warmen Eintopf stärken bevor wir uns abermals eingekleidet in warme Overalls und Stiefel wie ein „Michelin-Männchen“ fühlten.
Ein örtlicher Sami-Guide erzählte uns in seinem traditionellen Zelt erst etwas über sich und die Geschichte der Sami, dann durften wir die Rentiere füttern und auf die Schlitten umsteigen, mit denen wir eine Runde drehten. In dem Moment zogen gerade wieder die ersten Nordlichter über den Himmel – perfektes Timing!
Anschließend stiegen wir um auf die Motorschlitten und brausten durch die verschneiten Wälder. Ein Riesenspaß!
Nach dem Abendessen in einer gemütlichen Gaststube fuhren wir zur Nordlichtbeobachtung zu einer kleinen Hütte direkt an der Fjordküste. Frei von städtischer Lichtverschmutzung bot sich uns hier das Nordlichtspektakel in seiner ganzen Pracht am Nachthimmel. Wie schon am Abend zuvor war auch dies atemberaubend und einfach magisch.
Kurz vor Mitternacht haben wir zurück in Tromsø auf der Havila Polaris eingecheckt.




Drei Nächte an Bord der Havila Polaris
Am Morgen sind wir in Harstad zum Landausflug gestartet. Wir haben zuerst eine kleine Kirche außerhalb der Stadt besichtigt und anschließend auf einem Bauernhof eine Zeitreise in das frühere Leben der Norweger gemacht. Unser Rückweg führte uns über die Inselgruppe der Vesterålen bis wir in Stokmarknes wieder an Bord gingen. Mit dem Schiff durchquerten wir den engen Raftsund und wurden auch am Abend wieder von Nordlichtern begleitet.
Der nächste Morgen hielt für uns eine Überraschung bereit: wir durften die Brücke besichtigen! Es wurde sich viel Zeit genommen und ausgiebig auf unsere Fragen geantwortet.
Kurz nach Mittag zog es uns alle wieder nach draußen an Deck, denn das Schiff fuhr vorbei an den „Sieben Schwestern“, einer Felsformation mit sieben Hügelkuppen. Den Moment hätte niemand besser planen können, genau in dem Moment kam die Sonne hinter den Bergen hervor und wir konnten ihren Anblick das erste Mal, seitdem wir in Norwegen ankamen, genießen.
Am späten Nachmittag haben wir in Brønnøysund angelegt und einen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Passend zur Ausfahrt zeigten sich auch wieder die Nordlichter am Himmel.
Morgens in Trondheim angekommen hieß es auch schon wieder Abschied nehmen von der Havila Polaris. Wir besichtigten die ehemalige Hauptstadt und heute lebhafte Studentenstadt mit dem eindrucksvollen Nidarosdom bevor es zum Flughafen und zurück nach Deutschland ging.




Havila Polaris
Schiff
Das kleine Schiff Havila Polaris befährt mit den baugleichen Schwesterschiffen die Postschiffroute entlang der norwegischen Küste und ist somit keine „klassische“ Kreuzfahrt. Angehalten wird nach einem festen Fahrplan Tag und Nacht in den unterschiedlichsten Orten und immer noch wird Post und Fracht verladen.
Die Schiffe sind nicht nur in der Einrichtung und Design sehr modern sondern auch auf dem neuesten Stand der Technik, u.a. mit der Möglichkeit, einige Zeit batteriebetrieben zu fahren.
Die gesamte Einrichtung ist in nordisch-dezent in maritimen Farben gehalten. Man fühlt sich direkt wohl, wird jedoch nicht durch das Interieur abgelenkt, denn das Hauptaugenmerk der Reise liegt immer noch draußen: die vorbeiziehende, immer abwechslungsreiche Landschaft ist der Hingucker einer jeden Reise.
Kabinen
Knapp 180 modern gestaltete Kabinen verteilen sich auf drei Kabinendecks. Von einfachen Innenkabinen über Außenkabinen und Suiten am Bug findet jeder etwas passendes für sich. Balkone gibt es nur in ein paar Suiten, der Weg nach draußen ist jedoch von jeder Kabine aus sehr kurz und schnell.
Speisen
Die Mahlzeiten an Bord sind stark lokal geprägt und greifen immer wieder die unterschiedlichen Regionen Norwegens auf. Mittags gibt es z. B. kein klassisches Buffet oder gesetztes Menü, sondern kleine Portionen ähnlich wie Tapas und die Gerichte wechseln alle paar Tage, wenn auch das Schiff wieder eine andere Region durchfährt. Unterschiedliche Produkte von örtlichen Produzenten finden sich hierdurch immer wieder und zeichnen sich durch eine hohe Qualität aus.



